Die Transformation in der Automobilindustrie ist tiefgreifend. Vor dem Hintergrund zunehmender CO2-Emissionen und deren angestrebter Reduzierung durch internationale Vereinbarungen wie das Pariser Klimaabkommen haben zahlreiche Staaten teils umfassende Regulierungsvorschriften für die Automobilindustrie erlassen. So hat die EU-Kommission im Jahr 2023 die Neuzulassung von Verbrennungsmotorfahrzeugen ab dem Jahr 2035 untersagt. Im Abkommen von Glasgow haben die Unterzeichner einen Ausstieg aus Verbrennern bis 2040 festgehalten.
In den vergangenen Jahren standen die Vorschriften im Mittelpunkt der Diskussion in Europa und insbesondere in Deutschland. Einerseits wurden Forderungen erhoben, die Vorschriften aufzuweichen oder zu verschieben. Andererseits unterstrichen Befürworter, dass die Entwicklung des globalen Klimas eine Reduzierung der CO2-Emissionen unbedingt notwendig mache. Im Zuge dieser Diskussionen hat die EU-Kommission 2025 das einstige Verbot leicht aufgeweicht, die Zielsetzung des Einsatzes alternativer Antriebstechnologien aber aufrecht erhalten. In den USA wurden zahlreiche Regulierungs- und Fördermaßnahmen aufgehoben, während China weiterhin auf verbindliche Vorgaben und eine staatlich gesteuerte Förderung alternativer Antriebstechnologien setzt.
Unabhängig von Änderungen der Regulierungsvorschriften gehen Marktexperten wie S&P Global Mobility weiterhin davon aus, dass sich der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen in den verschiedenen Regionen bis zum Ende des Jahrzehnts weiter erhöhen wird. Weltweit werden den Erwartungen nach batterieelektrische und Hybridfahrzeuge rund 70 % der 2030 produzierten Stückzahl ausmachen. Insbesondere in China wird dieser Anteil signifikant steigen. Das zeigt sich auch im Käuferverhalten: Einer McKinsey-Studie zufolge beabsichtigen nur 18 % der Chinesen, als nächstes Fahrzeug einen Verbrenner zu kaufen. In Europa und den USA ist dieser Anteil mit 49 % bzw. 70 % deutlich höher.
Die Transformation bedeutet auch für ElringKlinger Veränderung. Der Konzern schärft sein Profil, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Das wurde in der Transformationsstrategie SHAPE30 mit ihren fünf Erfolgsfaktoren #1 Product Transformation, #2 Sustainability, #3 Performance & Process Excellence, #4 Digital Transformation und #5 Corporate Culture als Ziel festgelegt. Vor diesem Hintergrund fokussiert sich ElringKlinger auf seine wettbewerbsstarken Produktgruppen. So stärkt der Konzern seine Profitabilität, insbesondere auch im Segment Erstausrüstung, und generiert nachhaltig Cashflow. Gleichzeitig wird der Umsatzanteil von Produkten jenseits der Verbrennungsmotortechnologie stark wachsen; der Konzern wird sich in seiner Umsatzstruktur wandeln. 2030 soll dieser Anteil etwa die Hälfte ausmachen. Die Transformation zeigt sich für ElringKlinger nicht nur in der Branche, sondern auch im Konzern selbst. In jedem Vorstandsressort, wie die folgenden Seiten unterstreichen.


